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Wer kennt nicht die großartig fotografierten Nachtaufnahmen auf denen Lichter von fahrenden Autos oder beleuchteten Gebäuden regelrecht in der Dunkelheit fließen? Diesen wunderbaren Effekt kannst du mit der sogenannten Langzeitbelichtung erzeugen. Was das genau ist und wie sie in der Nacht sowie am Tag gelingt, erklären wir dir hier.

Eine befahrende Brücke bei Nacht.

Langzeitbelichtung heißt ganz einfach gesagt: Beim Fotografieren wird die Verschlusszeit der Kamerablende auf einen langen Wert gesetzt, wodurch das Bild somit längere Zeit belichtet wird. Bei solch langen Verschlusszeiten (ca. ab 1/30 Sek. Belichtungszeit) verwackelt normalerweise jedes Bild von einer Kamera, die in der Hand gehalten wird. Aus diesem Grund ist bei jeder Art der Langzeitbelichtung ein Stativ unerlässlich. Das Ablegen der Kamera auf einem festen Untergrund geht alternativ auch, z.B. auf ein mit Sand oder Bohnen befülltes Säckchen, dass das Material vor Kratzern schützt. Ein Stativ ist aber natürlich deutlich praktischer und vielerorts einsetzbar. Zusätzlich solltest du einen Fernauslöser oder auch Selbstauslöser der Kamera nutzen, denn selbst das Drücken des Auslösers setzt die Kamera auch mit Stativ einer kleinen Erschütterung aus.

Grundsätzlich praktisch ist es auch – wie immer – wenn die Kamera im manuellen Modus Einstellungen der Belichtung zulässt, denn dann kann die Schärfentiefe mithilfe der Blende sowie auch die Dauer der Belichtung exakt nach Wunsch eingestellt werden. Aber auch mit Kompaktkameras kannst du mit der richtigen Einstellung tolle Fotos mit Langzeitbelichtung erstellen. Hierfür bietet sich das Fotografieren im Nachtmodus an, über den alle modernen Kameras verfügen.

Der Vorteil einer Kamera mit modifizierbaren Einstellungen ist außerdem, dass du die Einstellung der ISO-Zahl selbst vornehmen kannst. Hat man ein Stativ dabei und möchte eine Langzeitbelichtung aufnehmen, lohnt es sich nämlich, die ISO-Empfindlichkeit niedrig einzustellen (z.B. auf ISO-Wert 100). Dieser geringe Wert wird durch die lange Belichtungs- bzw. Verschlusszeit wieder ausgeglichen – so kommt trotzdem genug Licht zum Sensor durch. Den Blitz solltest du natürlich vorher ausschalten!

Langzeitbelichtung und die Motive der Nacht

Nachts eignen sich natürlich besonders Scheinwerfer und andere Lichter im Straßenverkehr für tolle Motive – denn je länger die Belichtungszeit, desto stärker verwandeln sich Bewegungen in Schlieren. So entstehen zum Beispiel solche Bilder:

Eine befahrene Straße bei Nacht.

Tipp für Landschaftsfotografen: In einer nächtlichen Stadt Fotos zu machen funktioniert aufgrund der vielen verschiedenen Lichter meist noch sehr gut. Problematischer wird es auf dem Land, wo – neben Mond und Sternen am Himmel – keine weiteren Lichtquellen vorhanden sind. Hier versagt der Autofokus, sodass du mit dem manuellen Fokus arbeiten musst. Nimm gegebenenfalls eine Taschenlampe (z.B. von deinem Smartphone) zur Hilfe, welche du zum Anleuchten des zu fokussierenden Bereiches benutzen kannst.

Stadt bei Nacht mit Straßenverkehr.

Allgemein gilt: Am besten viele verschiedene Fotos mit unterschiedlichen Belichtungszeiten und -einstellungen aufnehmen, sodass du hinterher am Computer entscheiden kannst, welches das Beste ist. Die Anzeige auf deinem kleinen Kamera-Display kann leider recht irreführend sein.

Eine besonders faszinierende Art der Fotografie ist zudem, die Bewegungen am Nachthimmel mit einer Kamera festzuhalten. Mit der richtigen Belichtungszeit, die auch gerne mehrere Stunden dauern kann, ergeben sich dann solche tollen Bilder:

Die Bewegungen am Himmel werden bei Langzeitbelichtung zu Strichen.

Langzeitbelichtungen am Tag

Warum man Langzeitbelichtungen in der Nacht macht, ist logisch, aber am Tag? Nun, hier geht es nicht darum, dass Licht im Bild fehlen würde – sondern einfach um das Festhalten von Bewegung und die interessanten, fast unwirklichen Effekte, die dabei entstehen.

Man nehme zum Beispiel dieses Foto:

Wasser fließt über einen Wasserfall in die Schlucht.

Wie auch bei den Schlieren der Scheinwerfer im Dunkeln, verschwimmt hier die Bewegung im Bild zu einem fließenden Strom. Je länger die Belichtungszeit, desto stärker ist der Effekt. An Küsten oder Seeufern entstehen somit nebelartige Gebilde, wie zum Beispiel hier:

Eine felsige Küste in der Dämmerung.

So weit, so gut. Nun stellt sich allerdings das Problem, dass es am Tag zu hell ist, als dass du für deine Kamera eine beliebig lange Belichtungszeit wählen könntest. Zumindest ohne vollkommen unbrauchbare, überbelichtete Bilder zu erhalten. Gute Ergebnisse kann man hier mit einem sogenannten Grau- oder ND-Filter erzielen, wobei die Abkürzung „ND“ für Neutraldichte steht. Dieses Equipment ist allerdings nur für Besitzer einer Spiegelreflexkamera nutzbar.

Ein Graufilter ist im Prinzip nichts anderes als ein rundes Stück Glas in neutralem Grau getönt. Er wird vor ein verwendetes Objektiv geschraubt und wirkt im Grunde wie eine Art Sonnenbrille. Die Filter gibt es in verschiedenen Stärken, die jeweils mehr oder weniger Licht durchlassen.

Karussell bei Nacht.

Dadurch, dass weniger Licht in das Objektiv gelangt, werden die längeren Belichtungszeiten, die für die obigen Effekte nötig sind, möglich. Einen Graufilter für bessere Fotos zu benutzen ist jedoch nicht unkompliziert. Durch ihn werden Basisfunktionen wie der Autofokus außer Kraft gesetzt. Du solltest vor dem Aufschrauben des Filters bereits die Kameraeinstellungen wie Bildausschnitt, Blende und Verschlusszeit, sowie den manuellen Fokus der Kamera festgelegt haben, um loszulegen. Stehen diese Einstellungen, kannst du den Graufilter aufschrauben und musst nun noch die zusätzliche Belichtungszeit ausrechnen. Hierfür nimmt man auf jeden Fall die vorher eingestellte Zeit, die auf die vorhandenen Lichtverhältnisse ausgelegt ist, und multipliziert sie mit dem Verlängerungsfaktor des jeweiligen Filters.

Motivideen mit Graufilter

Schöne Sommer-Motive bei denen man einen Graufilter richtig ausprobieren kann, sind Seeufer, die Meeresbrandung (bei der durch die Langzeitbelichtung ein schöner Nebel-Effekt entsteht), fließendes Wasser von Wasserfällen und Brunnen, Wolken, sowie auch Bäume und Getreidefelder im Wind.

Ein langzeitbelichtetes Bild hängt an einer Wand.

Möchtest du gute Bilder mit Langzeitaufnahmen erzielen, erfordert dies Zeit und etwas Geduld. Mit der richtigen Kameraeinstellung kannst du manuell beeindruckende Aufnahmen festhalten. Als großes Pixum Wandbild wird es nicht nur dich jeden Tag erfreuen, sondern auch deine Freunde beeindrucken. Bei Pixum kannst du nicht nur aus einer Vielzahl an Materialien wählen, sondern ebenfalls Extras wie abgerundete Ecken. Wir empfehlen für dieses Motiv insbesondere das Pixum Foto als Galerie-Print.

 

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