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Vom Strand hast du schon unzählige Bilder gemacht und die Familie verdreht nur noch die Augen, wenn du dich mit der Kamera näherst? Vielleicht wird es Zeit, gewohnte Elemente zu verlassen, sich auf etwas ganz Anderes einzulassen und die Kamera mit unter Wasser zu nehmen. Wie du tolle Unterwasserbilder machst, verraten wir dir in diesen 5 Fotografie-Tipps.

1. Die Ausrüstung

Natürlich kann man nicht mit jeder Kamera gleich ins Wasser gehen und wild drauf los fotografieren. Doch so teuer und kompliziert ist es gar nicht. Eine vorhandene Kamera kann relativ leicht unterwassertauglich gemacht werden:

  • Wenn du bereits eine Kompaktkamera besitzt: Lege dir sich ein passendes Unterwasser-Gehäuse zu. Diese gibt es teilweise von den Kameraherstellern direkt zum Modell passend, oder aber von Drittherstellern für verschiedene Modelle.
  • Wenn du eine Spiegelreflexkamera besitzt: Auch hierfür gibt es Unterwassergehäuse – diese sind jedoch teurer und natürlich um einiges unhandlicher als jene für die Kompaktkameras.
    Zudem gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich direkt eine Unterwasserkamera zu kaufen. Dies ist allerdings nur zu empfehlen, wenn du damit ausschließlich unter Wasser fotografieren möchtest. Diese Art Kameras sind zwar günstig, aber nicht für andere Zwecke geeignet. Ein Mittelweg ist eine Outdoor-Kamera. Diese liegt dann allerdings eine Preisklasse höher.

Leuchtende Quallen im Meer.

Für eine Unterwasser-Fotoausrüstung kann man natürlich sehr viel Geld ausgeben, wenn man möchte. Für Profis gibt es spezialisierte Geräte jeglicher Art, von Unterwassergehäusen für große Tiefen bis zu Blitzgeräten mit besonderem Gestell und Spezialkameras. Wir beschränken uns hier jedoch auf ein paar Tipps für Einsteiger.

Beim Kauf eines Gehäuses ist es wichtig darauf zu achten, dass dieses für die gewünschte Wassertiefe geeignet ist. Für den Anfang sollte ein Plastikgehäuse für bis zu 10 Meter Tiefe auf jeden Fall ausreichen. Zum Schnorcheln gibt es auch noch leichtere Hüllen für bis zu 3 Meter Tiefe.

2. Die richtige Kamera

Selbst wenn du eine Spiegelreflexkamera besitzt, überlegst du vielleicht zweimal, ob du sie in die „Gefahren“ unter Wasser mitnehmen möchtest. Eine Kompaktkamera bietet natürlich große Vorteile, da sie wesentlich handlicher im Umgang ist.

Dafür hat man bei dieser eventuell Probleme mit der Auslöseverzögerung (durch die das Bild erst einige Augenblicke später aufgenommen wird, nachdem man auf den Auslöser gedrückt hat) – da sich unter Wasser ständig alles in Bewegung befindet. Hierdurch kann eventuell ein gutes Motiv verloren gehen.

Bei der Spiegelreflexkamera hat man wiederum ein Problem, wenn diese keine Live-View-Funktion besitzt, bei der der aktuelle Bildausschnitt auf dem Display gezeigt wird, was bei Kompaktkameras der Standard ist. Unter Wasser ist dies wesentlich praktischer als durch einen Sucher schauen zu müssen.

Frau im Wasser mit Schwimmflossen

Eine Systemkamera hat ebenfalls Wechselobjektive, ist aber oft kleiner und damit handlicher als eine Spiegelreflexkamera. Hier findet man auch spezielle Modelle für die Unterwasserfotografie, die für einen Aufpreis gut für die speziellen Bedingungen geeignet sind.

Spiegelreflexkameras bieten dafür die Möglichkeit, das Objektiv zu wechseln. Dies birgt für den Nutzer allerdings auch den Nachteil, sich vor dem Tauchen entscheiden zu müssen, ob nun Nah- oder Weitwinkel-Aufnahmen gemacht werden sollen. Dafür hat man hinterher mit großer Wahrscheinlichkeit tolle Ergebnisse, die durch Fotografieren im RAW-Format noch weiter verbessert werden können. Hier ist man mit der Kompakten in der Nachbearbeitung etwas eingeschränkter.

Auch was die Brennweite angeht, haben die Kompakten oft einen Nachteil: Für Unterwasseraufnahmen empfiehlt es sich, ein Weitwinkelobjektiv zu benutzen, da das Wasser schon von sich aus wie eine natürliche Lupe wirkt und alles etwas „näher“ aussieht. Kompaktkameras haben oftmals eher einen starken Zoom und eine höhere Brennweite. Für die Unterwasserfotografie ist allerdings eine kleinere Brennweite wie 28 mm vorteilhafter.

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3. Lichtsituation unter Wasser

Die Lichtverhältnisse für Unterwasserfotografie sind naturgemäß schwierig. Wenn Sonnenstrahlen schräg auf die Wasseroberfläche treffen, werden sie großteils reflektiert, sodass in größeren Tiefen kaum noch Licht ankommt. Die beste Zeit für einen fotografischen Tauchgang ist also die Mittagszeit gegen 12 Uhr, wenn die Sonne senkrecht steht und das Licht am stärksten ist.

Für Unterwasserfotografie empfiehlt es sich immer, einen Blitz zu benutzen. Leider sind die eingebauten Blitzgeräte von Digitalkameras relativ schwach, und schaffen sie es nicht, eine ganze Szene gut auszuleuchten. Für nahe Objekte unter einem Meter Entfernung können sie jedoch schon etwas helfen. Allgemein gilt dann: Möglichst nah heran gehen, ohne natürlich irgendetwas anzufassen! Korallen können schon durch kleinste Berührungen zerstört werden.

Fischschwarm im tiefen Meer

Wenn du eine Spiegelreflexkamera nutzt und professionell damit arbeiten möchtest, solltest du einen externen Blitz nutzen. Dies alles heißt jedoch nicht, dass Fotos ohne Blitz gar nichts werden – diese mit „available light“ gemachten Bilder werden meistens, wenn sie gelingen, besonders schön. Probiere einfach aus, was in dem Gebiet, in dem du tauchen gehst, möglich ist und teste verschiedene Kameraeinstellungen.

Vor dem Tauchgang kann es hilfreich sein, noch einmal zu prüfen, ob der Akku des Blitzes und auch der Kamera aufgeladen ist, damit auch alles funktioniert, wenn es so weit ist.

4. Verhalten unter Wasser

Warte nicht ewig auf das perfekte Motiv. Suche grob die Szene, die du fotografieren möchtest und löse aus. Im kühlen Nass hast du nicht viel Zeit, um einen besonderen Bildausschnitt zu wählen. Die Serienbildfunktion kann helfen, den perfekten Moment zu erwischen. Diese Funktion findet man bei den meisten Kameras.

Wenn du scheue Unterwasserlebewesen fotografieren möchtest, vermeide hektische Bewegungen und verhalte dich so ruhig wie möglich.

Korallenriff und Fischschwarm

5. Nachbearbeitung

Mit schon kleinen Anpassungen in einem Bildbearbeitungsprogramm kannst du deine Aufnahmen aus dem Wasser aufwerten. Bestimme zunächst den Bildausschnitt, der sich beim fertigen Bild leichter bestimmen lässt als in der hektischen Situation unter Wasser.

Wasser absorbiert Farben. Zuerst verschwinden die Rottöne und Fotos werden stark blaustichig. In größerer Tiefe findet man dann auch kein Gelb und Orange mehr. Eine Korrektur des Weißabgleichs sowie eine Korrektur der Farbtemperatur zu wärmeren Farben, können das starke Blau dank der Software ausgleichen. Durch eine Änderung von Helligkeit und Kontrast kannst du außerdem kompensieren, dass Fotos unter Wasser oft etwas matt wirken.

Unterwasserfotos richtig in Szene setzen

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Natürlich nützen die schönsten Aufnahmen deiner Unterwasserfotografie nichts, wenn sie keiner zu Gesicht bekommt. Daher empfehlen wir dir die besten Bilder auf Pixum Wandbildern zu verewigen. So hast du die spektakulären Fotos deiner Reise immer um dich. Ein besonders hochwertiges Ergebnis mit strahlenden Farben erhältst du mit dem Pixum Galerie-Print. Auch ein schön gestalteter Bildband in einem Pixum Fotobuch kann deinen Fotos den passenden Rahmen verleihen.

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