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Fotografieren bei schlechtem Wetter

Nicht immer herrschen perfekte Lichtbedingungen mit strahlender Sonne und einzelnen Wolken. Gerade im Winter oder im Herbst, nicht von ungefähr auch als die „graue Jahreszeit“ bezeichnet, sind die Lichtstimmung und das Wetter auf den ersten Blick nicht optimal für gute Bilder. Es wird nicht richtig hell oder schnell dunkel - und so sehen dann auch viele Fotos aus. Wie du auch bei schlechtem Wetter gute Fotos mit der Kamera aufnimmst, erfährst du in folgenden Foto-Tipps.

Über der Stadt zieht ein Gewitter auf. Der perfekte Moment für ein kontrastreiches Foto.

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Die Nacht zum Tag machen

Oft klart nachts der Himmel auf - was du dir zunutze machen kannst. Schultere deine Kamera und dein Stativ und suche den Ort auf, an dem beispielsweise deine Landschaftsaufnahme oder ein Stadtpanorama an den grauen Farben gescheitert ist. Nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang ergeben sich völlig neue Chancen für schöne Fotos. Wenn du eine lange Belichtungszeit vornimmst, erhältst du zunächst einmal eine ganz andere Lichtstimmung - und oft dadurch auch ein gelungenes Foto.
Auch die sogenanntegoldene“ oder „blaue Stunde“ ist eine gute Gelegenheit, um schöne Landschafts- und Architekturfotos zu machen. Der Vorteil dank der kürzeren Tage im Winter: Du musst dafür nicht einmal allzu früh aufstehen.

Externe Beleuchtung verwenden

Besonders Portrait-Bilder leiden bei schlechtem Wetter oft an tristen Farben und flachen Kontrasten. Dagegen kannst du auf verschiedene Weise etwas unternehmen: zum Beispiel, indem du in der Nachbearbeitung manuell stärker an den Kontrastreglern drehst oder per Dodge & Burn Konturen besser hervorhebst.

Doch auch mit Reflektoren oder externen Blitzgeräten kannst du mehr Dynamik in deine Portraits bringen. So stellst du der Ursache des flauen Looks (= einheitlich grauer Himmel) eine Lösung entgegen: nämlich eine definierte, punktuellere Lichtquelle.

Eine Frau steht hinter einem mit Regentropfen benetztem Fenster. Dadurch entsteht ein toller Effekt.

Gut eignet sich dafür z.B. ein silberner oder goldener Reflektor oder ein portabler Blitz mit Softbox. Richte diesen mit einem Lichtstativ etwas erhöht und beispielsweise im 45-Grad-Winkel versetzt auf dein Motiv und gleiche die Blitzhelligkeit dem vorhandenen Umgebungslicht an.

Auch die Verwendung passender farbiger Kleidung macht an grauen Tagen viel her: Ein schönes Ocker, Weinrot oder Olivgrün passt zur Jahreszeit und bietet Abwechslung zu den manchmal etwas gedämpften Hintergründen. Das Portrait-Shooting muss ja auch nicht draußen stattfinden: Lass die fotografierte Person bei schlechtem Wetter am Fenster stehen oder sitzen und fange so das ungemütliche Treiben draußen ein.

Den Fokus auf Teilmotive legen

An einer grauen Landschaftssituation lässt sich, zugegebenermaßen, ohne allzu großen Aufwand wenig ändern. Doch warum nicht stattdessen ein konkretes Motiv in den Vordergrund stellen? Dass eine grundsätzlich schöne Szenerie als Panorama wetterbedingt nicht funktioniert, bedeutet schließlich nicht, dass man nicht dennoch ein gelungenes Foto aus der Situation herausholen kann.

Vielleicht findest du einen kunstvoll gewachsenen, knorrigen Baum, den du hervorheben kannst? Oder du machst dich auf die Suche nach einzelnen bunten Winterblumen und setzt diese in Szene. So hast du gleichzeitig Gelegenheit, beispielsweise die Wirkung unterschiedlicher Brennweiten und Blendenöffnungen der Kamera direkt am Motiv auszuprobieren und darüber dein fotografisches Auge zu schulen.

Sieh das Schlechtwetter als Chance: In Kombination mit Schwarz-Weiß-Fotografie lassen sich mit Teilmotiven einzigartige Fotos mit einer schön düsteren Stimmung schaffen. Nebel kann der Szene noch einen besonders mystischen Touch verleihen.

Die Autobahn verschwindet mysteriös im dichten Nebel.

Mit gezielter Bildbearbeitung nachhelfen

Sowohl für den Computer oder Laptop als auch fürs Smartphone oder Tablet gibt es inzwischen zahllose Bildbearbeitungs-Apps und -Software - von kostenlosen Varianten bis hin zu professionellen High-End-Tools. Hier kannst du aus deinen Rohdateien noch eine Menge herausholen.

Ein guter Ansatzpunkt sind zunächst natürlich die Kontraste. Hier kannst du entweder die automatische Variante - die meisten Tools verfügen über einen Kontrast-Regler - verwenden oder manuell eingreifen. Beispielsweise in Adobe Lightroom oder auch in anderen RAW-Convertern kannst du Schwarztöne und Tiefen sowie Weißtöne und Lichter separat ansteuern, was besonders bei Motiven, denen die Highlights fehlen, eine gute Option ist: Ziehe hierbei also einfach die Lichter bzw. das Weiß noch ein Stück heller.

Durch gekonnte Nachbearbeitung wird aus dieser schlichten Szene ein stimmungsvolles Foto.

Auch mit selektiven Korrekturen, bei denen du nur einen bestimmten Bildbereich markierst, kannst du zum Beispiel den Fokus stärker auf dein Hauptmotiv richten. Dazu bietet es sich an, beispielsweise in dem definierten Bereich die Belichtung anzuheben oder die Sättigung dezent zu verstärken.

Generell ist ein leichtes Erhöhen der Sättigung oder Dynamik in winterlichen Settings immer eine gute Idee. Achte dabei jedoch darauf, dass die Ergebnisse nicht künstlich aussehen - bei allzu hoher Sättigung kann das durchaus vorkommen.

Ausrüstungs-Tipp: Bei schlechtem Wetter ist es häufig nass draußen. Biete daher deiner Kamera und dir einen geeigneten Regenschutz. Auch deine restliche Ausrüstung solltest du durch entsprechend wasserdichte Taschen oder Tüten schützen.

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