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Hochzeiten sind eine schwierige Angelegenheit, wenn es um kreative und spannende Fotos geht. Immerhin weißt du vorher nie, mit welcher Location du es bei der Hochzeitsfotografie zu tun bekommst oder mit welchen Lichtverhältnissen du beim Shooting konfrontiert wirst. Da gibt es Sicherheit, einige Posen zu kennen, die garantiert in jeder Situation funktionieren – egal ob drinnen oder draußen, mit Tageslicht oder Blitzlicht. Hochzeitsfotograf Andreas Kowacsik erklärt dir heute die aus seiner Erfahrung fünf wichtigsten Posen für Brautpaare.

Die ideale Location für die Hochzeitsfotografie

Kowacsik empfiehlt, ein Hochzeitsshooting nach Möglichkeit immer im Freien zu machen, denn dort gibt es mehr Spielraum, sowohl bezüglich der Location als auch der Variation des Lichts für das Fotoshooting. Manchmal ist es wetterbedingt aber einfach nicht möglich, dass man draußen fotografieren kann. Wenn du indoor ein Hochzeitsshooting abhalten möchtest, wähle idealerweise einen Ort mit möglichst viel natürlichem Licht, damit du den Blitz nicht so oft für die Pärchenfotos nutzen musst. Und sorge dafür, dass das Brautpaar einen gesunden Abstand zum Hintergrund einhält – ansonsten kann es passieren, dass das Auge plötzlich zu der Blume im Hintergrund wandert statt zum Brautpaar.

Hochzeitsfotografie rund ums Brautpaar: Die schönsten Hochzeitsfotos

Am Anfang steht die Königsdisziplin: Die Fotos von Braut und Bräutigam müssen einfach sitzen, denn sie sind eine Erinnerung an das Ja-Wort fürs ganze Leben. Andreas Kowacsik verrät dir, mit welchen Posen du bei einem Paar-Shooting immer das perfekte Hochzeitsfoto schaffst:

  • Anschauen: Das Brautpaar steht zueinander gewandt und sieht sich an. Für das Hochzeitsfoto liegt ihre Hand vertraut auf seiner Brust. Dabei steht das Paar weit vom Hintergrund entfernt, damit dieser nicht vom Motiv ablenkt.
  • Tanzen: Sie umschlingt seinen Hals und neigt den Oberkörper weit nach hinten, sodass es so wirkt, als würden sie tanzen. Diese Pose für die Hochzeitsfotografie wirkt sehr dynamisch, weil ein gefälliges Dreieck zwischen Brautkleid und Rücken entsteht.
  • Kuss: Die Körperhaltung ist identisch mit der tanzenden Pose, aber jetzt küsst sich das Paar auf dem Hochzeitsbild. Dabei wird auch der Moment vor und nach dem eigentlichen Kuss fotografiert.
  • Brautflüsterer: Er steht hinter ihr und flüstert ihr etwas ins Ohr. Dabei entsteht ein sehr natürliches Lachen.
  • Bräutigamflüsterin: Sie steht neben ihm, legt die Hände auf seine Schultern und flüstert ihm etwas ins Ohr.

Mit diesen fünf Posen bist du als Hochzeitsfotograf auf jeder Hochzeit gut beraten, denn sie lassen sich unabhängig von der Location und von den Lichtverhältnissen stets umsetzen. Erledige sie immer zuerst, denn sie helfen dir einerseits, dich mit Location und Licht vertraut zu machen, andererseits sind sie schon die wichtigste Basis für dein Shooting. Hast du die fünf Posen erledigt, kannst du noch weitere Bilder machen und ein bisschen mit der Hochzeitsfotografie experimentieren.

Pose 1: Anschauen

Bei der ersten Pose steht das Hochzeitspaar ganz nah beieinander und sieht sich an. Die Braut legt ihre flache Hand auf seine Brust. Achte nun bei dieser Pose auf die folgenden Aspekte:

  • Das Paar steht nicht frontal nebeneinander, sondern steht vielmehr eng zusammen und sich zugewandt.
  • Die Hand der Braut liegt so auf der Brust, dass ihr Unterarm und ihr Oberarm ein harmonisches Dreieck bilden.
  • Für gute Bilder sollte die Braut darauf achten, dass ihre Haare nicht ins Gesicht fallen.
  • Das Brautpaar sollte sich tief in die Augen sehen, so sieht die Situation besonders romantisch aus.

Diese Pose wirkt sehr natürlich, so als hätte der Fotograf zufällig einen intimen und emotionalen Moment des Brautpaars fotografiert.

Pose 2: Tanzen

Bei der tanzenden Pose legt die Braut ihre Hände um den Hals des Bräutigams, während er sie an der Hüfte umarmt, sodass sie in der Mitte scheinbar verschmelzen. Die Braut lehnt sich nun weit zurück. Dadurch entsteht wiederum ein Dreieck zwischen ihrem Brautkleid und ihrem Rücken. Das Brautpaar sieht sich wieder an, damit ein gewisses Knistern entsteht und das Bild echte Liebe ausdrückt. Auch hier achtest du am besten wieder darauf, dass die Haare nicht ins Gesicht hängen, damit es gut zu erkennen ist.

Tipp: Die tanzende Pose ist prädestiniert für ein Foto im Hochformat, weil du bei diesem Format das Kleid und den Brautstrauß gut draufbekommst, ohne zu viel Platz auf dem Bild zu verschenken.

Pose 3: Der Kuss

Der Kuss funktioniert ähnlich wie die tanzende Pose. Die Braut zieht sich nun ein wenig zum Bräutigam hoch und küsst ihn. Entscheidend ist bei dieser Pose nicht nur der Kuss an sich, sondern ganz wichtig sind die winzigen Momente vor und nach dem Kuss. Achte auch bei dieser Pose wieder darauf, dass der Rücken der Braut schön gespannt ist, die Arme gestreckt sind und man ein Dreieck erkennt.

Pose 4: Der Brautflüsterer

Beim Brautflüsterer steht der Bräutigam hinter der Braut, umarmt sie seitlich/schräg und flüstert ihr anschließend etwas Liebes oder Lustiges ins Ohr. Das hat zur Folge, dass die Braut sehr natürlich und echt lacht, was auf den Fotos hinterher richtig gut rüberkommt. Achte bei dieser Pose darauf, dass du beide Gesichter gut erkennen kannst, ohne dass einer der beiden zur Kamera blickt, und die beiden wirklich Spaß haben.

Pose 5: Die Bräutigamflüsterin

Die Bräutigamflüsterin funktioniert analog zum Brautflüsterer. Da die Braut jedoch meist kleiner ist als der Bräutigam, kommt sie von der Seite statt von hinten. Sie legt eine oder beide Hände auf die Schultern, zieht sich mit gestrecktem Hals zu ihm hoch und flüstert ihm etwas ins Ohr. Auch bei dieser Pose achtest du wieder darauf, dass der Bräutigam nicht zu dir sieht, sondern beispielsweise zu einem Fenster daneben.

Techniktipps für die Hochzeitsfotografie: Von Objektiven und Blitzen

Andreas Kowacsik fotografiert in der Hochzeitsfotografie am liebsten mit einem 70 – 200 mm Objektiv. Der Grund ist einfach: Er kann so schöne Nahaufnahmen machen, ohne physisch beim Brautpaar zu sein. Als guter Fotograf bleibst du an diesem besonderen Tag am besten in einer gewissen Distanz zum Brautpaar, sodass die beiden in einer vertrauten Umgebung sind und nicht das Gefühl haben, dass da gerade ein Fremder stört.

Kowacsik selbst ist zwar kein Freund vom Blitzen, von Zeit zu Zeit lässt es sich aber nicht vermeiden. Mit dem Blitz direkt auf das Paar gerichtet solltest du möglichst nicht fotografieren. Das Ergebnis wirkt sehr künstlich und die Haut erscheint sehr blass. Eine verbreitete Alternative zum direkten Blitzen ist deshalb der Blitz über die Decke. Dazu stellst du ihn so ein, dass das Licht zur Decke fließt, wo es reflektiert wird und nun von oben kommt. Leider bekommt das Brautpaar nun Schatten in den Augen, als würdest du in der Mittagssonne fotografieren. Versuche deshalb als professioneller Hochzeitsfotograf, wenn möglich den Blitz von schräg oben an den Wänden abprallen zu lassen. So kommt das Licht von der Seite und die Gesichter werden gleichmäßig ausgeleuchtet.

Spezialist für Hochzeitsfotografie: Andreas Kowacsik

Andreas Kowacsik ist unter dem Namen Cochic Photography bekannt. Als Lifestyle- und Hochzeitsfotograf ist er jedes Jahr auf verschiedensten Hochzeiten unterwegs und weiß aus jahrelanger Erfahrung, worauf es beim gelungenen Hochzeitsfoto ankommt. Der Österreicher gibt sein Wissen in Workshops und Videos weiter. Heute gibt er dir exklusive Einblicke in seine besten Profi-Tipps für gute Fotos, die auf jeder Hochzeit funktionieren.

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