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Deine Leidenschaft ist das Fotografieren und du hast Lust, die hinzugewonnene Zeit so richtig auszunutzen, um auch zuhause tolle Fotos wie ein Profi zu machen? Wir verraten dir, wie du für die Fotografie zuhause ein eigenes Fotostudio einrichten kannst – ganz ohne umfangreiches Equipment oder großes Budget, ob im Keller oder im Wohnzimmer der Familie.

Denn als Hobbyfotograf brauchst du für dein eigenes Fotostudio keine Softbox oder Beauty Dish, sondern einfach nur natürliches Licht, ein Fenster und natürlich deine Lieblingsperson als Model.

Tipp 1 – Das einfallende Licht am Fenster nutzen

Möchtest du zuhause ein kleines Fotostudio für dein Fotoshooting einrichten, brauchst du nicht unbedingt eine professionelle Softbox, sondern zunächst einmal ein Fenster. Dieses sollte idealerweise nach Norden zeigen. Dann kannst du nämlich in deiner Wohnung oder im Haus mit Tageslicht fotografieren, ohne dass die Sonne blendet oder harte Schatten verursacht.

Dieses sogenannte Beauty-Licht schmeichelt dem Gesicht und lässt es auf dem Bild harmonisch wirken. Mit weichem Licht kannst du optimale Lichtverhältnisse für die digitale Fotografie im Heimstudio schaffen. Es leuchtet das Gesicht gleichmäßig aus und erzeugt auf dem Bild keine Schatten.

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Tipp 2 – Mit den Perspektiven spielen

So gehst du zuhause in deinem eigenen Fotostudio vor, um mit einfachen Mitteln tolle Bilder wie ein professioneller Fotograf zu erzeugen:

  • Wähle ein größeres Fenster mit Ausrichtung nach Norden aus, ein natürliches Licht für dein Studio einzufangen.
  • Setze die Person, die du fotografieren möchtest, so ans Fenster, dass sie seitlich aus dem Haus blickt. Das Gesicht wird von dem Dauerlicht gleichmäßig ausgeleuchtet.
  • Lass dein Model immer wieder seine Position verändern und beispielsweise auch einmal direkt in die Kamera oder auch zu einer ganz anderen Stelle im Raum sehen.
  • Du kannst mit den Einstellungen deiner Kamera zwar unterschiedliche Fotos erzeugen, grundsätzlich kannst du bei dem natürlichen Licht im eigenen Fotostudio zuhause aber auch problemlos mit der Automatik-Funktion arbeiten. Durch das helle Licht vom Fenster brauchst du bei dieser Art der Fotografie sehr oft überhaupt keinen Blitz, was ein Porträt nur umso schmeichelnder und persönlicher wirken lässt.

Extratipp: Die fotografierte Person sollte nicht komplett vom Fenster wegsehen. Dadurch würde nämlich die der Kamera abgeneigte Seite sehr dunkel erscheinen. Dies kann aber in der Fotografie mit etwas Erfahrung natürlich auch gezielt als Stilmittel eingesetzt werden, um im Bild eine bestimmte Stimmung zu erzeugen.

Frau steht vor einem Fenster

Tipp 3 – Dunkle Gesichtspartien einfach aufhellen

Gelingt es dir in deinem persönlichen Fotostudio in deinem Haus nicht, beide Gesichtshälften deines Models gleichmäßig auszuleuchten, kannst du dir mit einem einfachen Tipp behelfen, ohne dir die teure Ausrüstung der Profi-Fotografen wie z.B. eine Softbox kaufen zu müssen. Du brauchst für dein eigenes Fotostudio lediglich eine Platte aus Styropor in der Farbe Weiß, die du günstig in jedem Baumarkt findest.

Während der Profi-Fotograf in diesem Fall Reflektoren oder Schirme einsetzt, um etwas mehr Licht in das Gesicht zu bekommen, hältst du einfach deine Styroporplatte passend neben die zu dunkle Gesichtshälfte. Sie reflektiert das Licht des Fensters und das Gesicht wirkt insgesamt heller. Eine weiße Wand in der Nähe hätte denselben Effekt, mit der Platte bist du aber etwas flexibler im Raum. So kannst du das Licht von draußen in deinem Zuhause verwenden, auf den Blitz verzichten und erhältst auch auf der dem Zimmer zugewandten Gesichtshälfte eine gleichmäßige Ausleuchtung.

Extratipp: Wer ohne Stativ fotografiert, hat keine Hand frei. Wenn du nicht zu zweit arbeiten kannst, lass einfach dein Model die Platte in die Hand nehmen und richtig halten. Bei einem Portrait ist das später auf dem Bild nicht erkennbar.

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Tipp 4 – Weißen Hintergrund abdunkeln

Wenn der Hintergrund zu hell ist, hebt sich das Motiv nicht mehr davon ab. Das menschliche Auge ist darauf trainiert, den Blick dorthin zu richten, wo das Licht ist. Erscheinen der Hintergrund und die fotografierte Person hell, weiß das Auge nicht mehr, wohin es den Blick richten soll.

Um an deinem Set trotzdem einen dunklen Hintergrund zu schaffen, kannst du die Styroporplatte einfach wiederverwenden. Diese stellst du beim Fotoshooting hinter deinem Model auf, beispielsweise mit einem Stativ. Decke die Platte mit einem einfarbigen Hintergrund ab – er kann schwarz sein, aber auch eine andere, gedeckte Farbe wie Rot ist denkbar. Geeignet ist dafür eine Stoffbahn oder auch einfach ein schwarzes Shirt.

Wenn du jetzt ein Foto schießt, ist dein Model immer noch gut belichtet. Gleichzeitig sorgt aber der dunkle Hintergrund dafür, dass sich das helle Gesicht besser abhebt und perfekt zur Geltung kommt. Als Fotograf achtest du am besten darauf, dass auch von oben Licht kommt, denn dieses lässt das Haar der fotografierten Person leicht schimmern, sodass sich auch dunkle Haare vom dunklen Hintergrund abheben.

Extratipp: Wenn du in deinem Fotostudio regelmäßig professionell fotografieren möchtest, kannst du dir zwei Styroporplatten in Weiß und Schwarz zurechtlegen. Dafür kannst du einfach die helle Platte mit schwarzer Abtönfarbe anstreichen.

Tipp 5 – Mach was draus!

Sicherlich wirst du schnell bei so einem Fotoshooting zuhause merken, dass sich unglaublich viele Fotos auf der Speicherkarte deiner Kamera ansammeln werden. Damit du nicht den Überblick verlierst, haben wir dir in diesem Beitrag wertvolle Tipps zusammengestellt, wie du deine Fotos am besten sortierst und ordnest.

Und was passiert danach? Verwandel deine schönsten Bilder aus deinem heimischen Fotostudio doch mal in ein professionelles Fotobuch, das dein Können zeigt und du stolz deiner Familie oder deinen Freunden zeigen kannst. Oder du entscheidest dich für klassische Fotoabzüge in verschiedenen Formaten. Die Entscheidung liegt ganz bei dir – Hauptsache ist, dass dein Meisterwerk nicht auf deiner Speicherkarte in Vergessenheit gerät.

Portrait von einem Mann vor einem Fenster

Hast du unsere Tipps schon einmal ausprobiert und dein Zuhause in ein wahres Fotostudio verwandelt? Erzähl uns doch davon und schreib es in die Kommentare! 💙

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