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Fotos mit modernen DSLR-Kameras haben eine sehr gute Qualität. Mit etwas Know-How über die Grundlagen einer digitalen Spiegelreflexkamera kannst du selbst professionelle Bilder schießen. Dafür nimmst du Einstellungen an der Kamera vor, die manuell über ein Rad auf der oberen Seite ausgewählt werden können. Neben unterschiedlichen Vollautomatiken (unterteilt in Portrait, Landschaft etc.) sind einige Abstufungen möglich: Programmautomatik, Zeitautomatik, Blendenvorwahl sowie der manuelle Modus. Auf die verschiedenen Varianten möchten wir in diesem Beitrag eingehen – und darauf, wann welcher Modus beim Fotografieren am besten passt.

1. Die Automatikmodi

Die meisten Einsteiger werden sich in den ersten Monaten des Fotografierens im Bereich der Automatikmodi bewegen. Die Kamera übernimmt sämtliche Einstellungen für das Bild vollautomatisch:

  • Weißabgleich
  • Schärfe, Kontrast, Sättigung
  • Blendenautomatik
  • Belichtungszeit bzw. Verschlusszeit
  • ISO-Automatik
  • Blitz etc.

Zum Beispiel wird bei der Kameraeinstellung „Sport“ die Autofokusführung verändert und die schnellstmögliche Reihenaufnahme aktiviert. Oder bei „Portrait“ auf eine eher niedrige Blende geachtet, um das Motiv freistellen zu können.

Nachteil dieser automatischen Kamera-Einstellungen ist, dass nicht manuell nachkorrigiert werden kann. Besonders in Situationen mit starkem Gegenlicht, wo man z.B. bewusst das Licht akzentuieren möchte, wird oft entweder der Blitz ausgeklappt oder im „Kein Blitz“-Modus ein stark unterbelichtetes Foto erzeugt.

Nimm daher statt der Vollautomatik am besten eigene Einstellungen vor. Eine gute Alternative für Anfänger ist der P-Modus der Kamera. Wieso, erfährst du im nächsten Abschnitt.

2. Die Programmautomatik (P)

Der P-Modus ist für Anfänger der digitalen Fotografie eine gute Möglichkeit, sich mit der neuen Kamera vertraut zu machen und ein bisschen selbst zu experimentieren. Mit dieser Einstellung kannst du herausfinden, was zu kurze Belichtungszeiten bewirken, warum es auf die Brennweite ankommt oder wann du am besten lange Verschlusszeiten wählst.

Doch was unterscheidet überhaupt die Programm- von der Vollautomatik?

Die Automatik der Kamera übernimmt alle Entscheidungen für dich, während die Programmautomatik nur die Parameter zur Belichtung einstellt. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn in der oben beispielhaft beschriebenen Gegenlichtsituation wird die Vollautomatik jedes Mal das gleiche unterbelichtete oder aufgeblitzte Foto produzieren.

Mit der Programmautomatik lernen Einsteiger, mit verschiedenen Lichtsituationen und der entsprechenden Belichtungszeit umzugehen:

  • du kannst festlegen, das Foto heller zu belichten – oder selbst den Blitz ausklappen
  • um Blende und Belichtungszeit musst du dich nicht kümmern
  • Faktoren wie JPEG-Bildstil, Fokuspunkte, Weißabgleich, ISO-Wert kannst du individuell einstellen

Tipp für Einsteiger in die Fotografie: Mache die ersten Aufnahmen mit einer neuen Kamera im P-Modus! So machst du dich mit den grundlegenden Einstellmöglichkeiten deiner Kamera vertraut, kannst diese vor dem Fotografieren konfigurieren und musst nicht ständig etwas umstellen. Außerdem lernst du die Belichtungsautomatik der Kamera kennen. Leider funktioniert die Belichtungsautomatik nämlich nicht in allen Situationen zuverlässig, sodass es gut ist zu sehen, bei welchem Licht sie z.B. kurze oder lange Belichtungszeiten vorschlägt. Mit ein wenig Übung gelingen dir schon ganz bald professionelle Aufnahmen. Deine Fortschritte kannst du dann in einem Pixum Fotobuch verewigen.

3. Die Zeitvorwahl (Tv/S)

Tv-Modus bezeichnet die Blendenautomatik einer DSLR. Du kannst hier die Belichtungszeit und Belichtungskorrektur voreinstellen. Deine Kamera stellt dann automatisch die Blende (und ggf. ISO-Wert) ein, um das Foto perfekt zu belichten.

Mögliche Einsatzzwecke:

  • Sportfotografie – bei Auswahl einer niedrigen Verschlusszeit wie z.B. 1/500s
  • Fotografie spielender Kinder
  • Bilder von sich schnell bewegenden Tieren, Menschen und Objekten
  • eignet sich zur kreativen Bildgestaltung – mit großer Blende werden die Ränder und Hintergründe unscharf, mit kleiner Blende erzeugst du sehr scharfe Bilder.

Unser Pixum Tipp ist die Nutzung des Av-Modus (= Blendenvorwahl), da die Blende in der Fotografie der „interessantere“ Faktor als die Belichtungszeit ist. Mehr zum Thema Blende und der kreativen Arbeit mit unterschiedlichen Blendenöffnungen haben wir für dich unter diesem Beitrag zu den Blendeneinstellungen zusammengestellt.

4. Die Blendenvorwahl (Av/A)

Während sich die Abkürzung „Tv“ auf „time value“, also den Wert der Belichtungszeit bezieht, steht „Av“ für „aperture value“ – den Wert der Blende. Hier setzt du die gewünschte Blendenöffnung (z.B. ƒ/2.8 oder ƒ/4) fest, und die Kamera sucht eigenständig die richtige Belichtungszeit.

Der Av-Modus ist in diesen Situationen perfekt geeignet:

  • wenn du bei schwierigem, wechselndem Lichtern fotografierst, also mal gegen die Sonne und mal mit der Sonne.
  • in dynamischen Situationen mit abwechselnden und schnellen Bewegungen wie Hochzeiten, wo man Momente nicht einfach so lange wiederholen kann, bis die Kameraeinstellungen im manuellen Modus passen.
  • Hier ist der Vorteil, dass du dein belichtetes Bild anschließend im RAW-Format problemlos korrigieren kannst. Du hast dafür nicht den wichtigen Moment verpasst, weil du erst die richtige Belichtung einstellen musstest.

Kamerablende

5. Der manuelle Modus (M)

Beim professionellen Fotografieren werden zum größten Teil manuelle Einstellungen selbst vorgenommen: Hier stellt der Fotograf Blende, Belichtungszeit und ISO-Empfindlichkeit selbst ein.

Was erst einmal ziemlich aufwendig klingt, ist es eigentlich gar nicht. Denn wie in vielen anderen Bereichen der Fotografie auch, lernst du den Umgang mit dem manuellen Modus problemlos beim Fotografieren. Besonders durch die digitale „Natur“ heutiger Spiegelreflexkameras kannst du herumprobieren und zahlreiche Bilder knipsen. Im schlimmsten Fall löschst du deine schlechten Fotografien wieder und probierst solange weiter, bis du mit der richtigen Technik gute Bilder machst.

Das große Plus im manuellen Modus ist die Kontrollierbarkeit. So bleibt die manuelle Belichtung in jedem Foto einer Serie, egal aus welchem Winkel fotografiert wird, die exakt gleiche – es sei denn, am tatsächlichen Licht ändert sich etwas. Das ist nicht nur im Studio von Bedeutung, sondern auch in freier Wildbahn.

Und keine Sorge: Die Belichtungsautomatik der Kamera arbeitet trotzdem, auch wenn sie nicht mehr selbst Werte anpasst. Im Sucher und meist auch auf dem Display wird weiterhin die Belichtungsskala angezeigt (meist bis zu 2 oder 3 Blendenstufen unter und über der „korrekten“ Belichtung), sodass du deine Einstellungen daran grob ausrichten kannst.

Fazit: Der manuelle Modus ist für Profi-Fotografen und ambitionierte Amateure ideal. Du hast die Möglichkeit, Fotos mit konsistenten, reproduzierbaren Belichtungen zu schießen.

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Manueller Modus Spiegelreflexkamera

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