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Die Belichtung eines Fotos kann durch drei Parameter verändert werden: durch Blende, Belichtungszeit und ISO. Die passenden Einstellungen sorgen bei der Fotografie dafür, dass mehr oder weniger Licht auf den Sensor der Kamera fällt – so bestimmen sie gemeinsam, wie hell das Bild wird. 

Jede Einstellung hat Einfluss auf die Gesamthelligkeit – Blende, Belichtungszeit und ISO müssen also fein aufeinander abgestimmt sein, um sich gut zu ergänzen statt sich gegenseitig aufzuheben. Daher hilft es für ein erfolgreiches Fotografieren, zu lernen, wie Blendenöffnung, Verschlusszeit, Brennweite und die Empfindlichkeit des Bildsensors auf das Licht wirken.

Die Blende – wichtiger Teil der Kamera

Um zu regulieren, wie viel Licht durch die Kamera auf den Sensor fällt, braucht man einen Filter. Die Blende filtert also als Vorrichtung am Objektiv das Licht. Wesentlich dabei, ist sich zu merken, dass eine kleine Blendenzahl viel Licht hereinlässt, eine große hingegen nur wenig Licht. Der Effekt, den du mit dem Objektiv erreichen kannst, ist die Freistellung eines Motives – des Objektes oder der Person, die im Fokus des Bildes stehen soll, denn die Schärfentiefe wird durch die Blende bei der Fotografie ebenfalls angepasst.

Ein Glas mit Kaffee steht auf dem Tisch.

Geschlossene Blende oder geöffnete Blende?

Das Einstellen der Blende hängt vom jeweiligen Objektiv ab: Festbrennweiten lassen sich zum Beispiel grundsätzlich weiter öffnen als vergleichbare Zoom-Objektive. Es gilt aber grundsätzlich beim Fotografieren: Soll die Blendenöffnung groß sein, die Einstellung des Objektivs also offen, so musst du eine kleine Blendenzahl wählen. Möchtest du mehr Schärfentiefe, dann wählst du eine größere Blendenzahl für das Objektiv deiner Kamera.

Eine „große Blende“ hat also eine sehr niedrige Blendenzahl – und umgekehrt. Der Wert der Blendenzahl (englisch meist „ƒ-stop“) wird zum Beispiel als „ƒ4“ oder „ƒ/4“ angegeben – du kannst sie für die meisten Objektive direkt über ein Rädchen an der Kamera einstellen.

Drei Schritte (auch „Drittelblenden“ genannt) bilden dabei jeweils eine ganze Blendenstufe. Viele Festbrennweiten zeichnen sich durch große Offenblenden von zum Beispiel ƒ/2.8 bis hin zu ƒ/1.2 aus, während die meisten Zooms ihre Grenze bei ƒ/4 oder ƒ/5.6 haben.

Blende mit kleiner Öffnung.

Die passende Blendenöffnung für die Fotografie von Porträtbildern oder Landschaften

Eine große Blendenöffnung beim Objektiv bewirkt eine geringere Schärfentiefe – also wird der unscharfe Bereich („Bokeh“) eines Bildes beim Fotografieren automatisch größer. Dies sorgt insbesondere bei der Portrait-Fotografie für gute Bilder: Die geringe Blendenzahl und dadurch geringe Tiefenschärfe sorgt bei entsprechender Brennweite dafür, dass das Motiv sich vor dem unscharfen Hintergrund absetzt. So erhält das Foto einen weichen, künstlerischen Look. Die manuelle Öffnung ermöglicht, einen eigenen Fokus zu setzen.

Frau steht hinter einem frühlingshaften Baum.

Anders verhält es sich bei der Fotografie von Architektur- und Landschaftsmotiven. Hier möchtest du viele Ebenen auf dem Foto möglichst scharf abbilden. Der Blendenwert sollte dementsprechend hoch sein, um eine größere Schärfentiefe zu erreichen. Hier verwendest du bei der Blendeneinstellung der Kamera eher kleine Blenden wie ƒ/11 oder ƒ/16.

Türkisfarbener See vor einer Berglandschaft.

Von kleiner Blende bis großer Blende – Die Blendenreihe

Die Blendenwerte ergeben eine Reihe von zunächst nicht logisch erscheinenden Zahlen. Du musst diese Werte nicht auswendig lernen, jedoch kommst du, wenn du gerne Bilder im manuellen Modus aufnehmen möchtest, nicht um Beschäftigung mit den verschiedenen Blendenzahlen herum.

Bei den Blendenreihen liegt von jeder fettgedruckten Zahl zur nächsten genau eine Blendenstufe. Noch einmal: große Öffnung bedeutet dabei ein stark belichtetes Foto, aber einen geringeren Blendenwert, eine große Blendenzahl hingegen, dass beim Objektiv eine kleine Blendenöffnung ist.

Hier einige Blendenstufen in der Übersicht:

  • 1.0 1.1 1.2
  • 1.4 1.6 1.8
  • 2.0 2.2 2.5
  • 2.8 3.2 3.5
  • 4.0 4.5 5.0
  • 5.6 6.3 7.1
  • 8.0 9.0 10.0
  • 11.0 (usw.)

Das Zusammenspiel von Blende, Verschlusszeit und ISO-Zahl

Die wesentlichen Blendenstufen deiner Kamera zu lernen und zu verstehen, ist durchaus hilfreich für bessere fotografische Ergebnisse. Denn so kannst du je nach Wahl der Belichtungszeit, Brennweite und ISO-Einstellung, Korrekturen vornehmen.

Ein Beispiel: Deine Kameraeinstellungen liegen gerade bei 1/25 s, ƒ/4.0 und ISO 1600 und das Bild ist zwar korrekt belichtet, aber durch die relativ lange Belichtungszeit entstehen viele verwackelte bzw. unscharfe Bilder. Die Lichtempfindlichkeit des Sensors ist mit ISO 1600 schon ziemlich ausgereizt, nur Belichtungszeit und Blende kannst du noch flexibel einstellen.

Mit der Blendenreihe kannst du nun automatisch errechnen, wie du die Werte anpassen musst: Halbierst du die Belichtungszeit, so musst du die Blende um eine ganze Blendenstufe weiterdrehen, um die gleiche Belichtung zu erreichen.

1/25 s bei ƒ/4.0 = 1/50 s bei ƒ/2.8 = 1/100 s bei ƒ/2

So kannst du die Verschlusszeit verringern und mit einer weiter offenen Blende dennoch scharfe Bilder machen, auch ohne Stativ. Das gleiche Verfahren ist natürlich auch umgekehrt möglich: Möchtest du beim Fotografieren mit dem Stativ – vielleicht bei Bildern von fließenden Gewässern – die Belichtungszeit erhöhen, kannst du von 1/25 s bei ƒ/4 auf 1 s bei ƒ/20 eine eher geschlossene Blende beim Objektiv der Kamera einstellen. So bleibt dir ein nerviges Herumprobieren erspart, denn schließlich sind Belichtungszeit, Blende und ISO direkt voneinander abhängig.

Weniger ist mehr

Ein Tipp zum Schluss: Tagsüber kannst du den ISO-Wert prinzipiell gleich eingestellt lassen. Auch die Belichtung kann, wenn du ohne Stativ verschiedene Motive fotografieren möchtest, relativ kurzgehalten werden. So kannst du, je nach Brennweite, alleine mit der Blendeneinstellung ganz unterschiedliche Fotos machen und mit der Tiefenschärfe experimentieren.

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